Klaus Augenthaler (26.09.1957)

Seine Karriere als Spieler sucht Ihresgleichen. Klaus Augenthaler hatte immer den Erfolg im Auge, was Ihn letztlich auch zu einem der erfolgreichsten Bundesligaspieler aller Zeiten machte. Augenthalers Stärke sind seine “Bierruhe”, die sich auch auf sein Umfeld auswirkt, sowie seine ausgeprägte Bodenhaftung.

Klaus Augenthaler wechselte 1975 in die Jugendabteilung des FC Bayern. 1976 erhielt der seinen ersten Lizenzspielervertrag. Der Vertrag war mit DEM 4’000.00 plus Prämien dotiert. Bis zu seinem Karriereende 1991 spielte “Auge” nie mehr für einen anderen Verein als den FC Bayern. Mit sieben deutschen Meistertiteln war er über viele Jahre “Redkordmeister” des deutschen Fussballs. Der Urbayer symbolisierte viele Jahre den Bezug des Vereins zur Region.

Nach der für den FC Bayern enttäuschenden Saison 1990/91 beendete Klaus Augenthaler seine Karriere als Spieler: “Ich ärgere micht nicht mehr mit euch ‘rum”, liess er die Mannschaft wissen.

Im Oktober 1996 wurde Klaus Augenthaler eröffnet, dass sein Vertrag als Co-Trainer beim FCB nicht mehr verlängert werde. Augenthaler machte keinen Hehl daraus, dass er über den Abgang vom FC Bayern München tief enttäuscht war:  “Den Abschied aus München habe ich mir anders vorgestellt. Schliesslich habe ich einiges für den Verein getan. Für mich war der FC Bayern immer alles, da kann ich nicht einfach die Tür zumachen. Ich habe sogar rot-weiss gedacht, jetzt musss ich mir einen neuen Verein suchen”.

Augenthaler äusserte sich oft sehr kritisch zur nachfolgenden Spielergeneration. “Die wissen nicht, wie gut es ihnen geht. Sie haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und brauchen sich keine Sorgen zu machen. Sie sind versorgt. Aber sie realiseren das nicht. Das wirkliche Leben ist oft ganz weit weg; die Spieler werden mit mit 19, 20 für Millionenbeträge gehandelt; alles wird ihnen abgenommen”. Augenthaler war der Meinung, dass die jungen Spieler so behütet werden, dass sie gar nicht mehr wissen, was um sier herum passiert. Und weil sie das nicht wüssen, fehle ihnen auch die Dankbarkeit und der Wille, Leistung für den Luxus, in dem sie leben, zu bringen.  Klaus Augenthaler war nie ein Mann der grossen Worte, sein wohl bemerkenswertestes Zitat: “Wir leben alle auf dieser Erde, aber eben auf verschiedenen Spielhälften”.

Beim FC Bayern: von 1976 bis 1991

404 Bundesliga Spiele (52 Tore)

89 Europapokal Spiele (14 Tore)

Deutscher Meister: 1980, 1981, 1985, 1986, 1987, 1989 und 1990

DFB Pokalsieger :1982, 1984 und 1986

27 A-Länderspiele für den DFB

Weltmeister: 1990

Unmittelbar nach dem Ende seiner Profi-Karriere übernahm Augenthaler die A-Jugend-Mannschaft des FC Bayern München. Von 1992 bis 1997 hatte er die Funktion des Co-Trainers und ab Mitte Mai 1996 bis zum Ende der Saison – infolge kurzfristiger Vertretung Franz Beckenbauers – die des Cheftrainers inne.

Karl-Heinz Rummenigge (25.09.1955)

Karl-Heinz Rummenigge hielt es im Nachhinein für ein „Harakiri-Unternehmen“, dass er sich 1974 dem FC Bayern anschloss. Dreimal in Folge hatte der Klub damals gerade die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Wie sollte da ein unbekannter 18-jähriger Stürmer von Borussia Lippstadt den Durchbruch schaffen? Aber Rummenigge hat es geschafft. Schon in seiner zweiten Saison beim FC Bayern (1975/76) war er Stammspieler, am 6. Oktober 1976 debütierte er in der deutschen Nationalmannschaft. Dynamik, Schnelligkeit und Entschlossenheit beschreiben sein Auftreten auf dem Fußballplatz. Dazu kam noch ein unglaublicher Torriecher: Statistisch traf er praktisch in jedem zweiten Spiel, hinter Gerd Müller erzielte er die meisten Tore für den Rekordmeister.

1984 verließ „Kalle“, wie er mit Spitznamen heißt, den FC Bayern. Für die damalige Rekordablösesumme von fast 6 Millionen Euro wechselte er zu Inter Mailand, wo er bis 1987 spielte. Bei Servette Genf lies er seine Karriere ausklingen (1987-1989). „Ich nehme gern Abschied, denn ich habe meinen Job 15 Jahre lang total ausgelebt und ausgekostet“, sagte er nach seinem Rücktritt. Für Schlagzeilen hatte der „Musterprofi“ Rummenigge immer nur auf dem Rasen gesorgt, nie außerhalb. Ein Skandaltyp wollte er nicht sein, auf korrektes Auftreten legt er bis heute Wert

Beim FC Bayern: von 1974 bis 1984

310 Bundesliga Spiele (162 Tore)

64 Europapokal Spiele (30 Tore)

Deutscher Meister: 1980 und 1981

DFB Pokalsieger : 1982 und 1984

Europapokal der Landesmeister: 1975 und 1976

Weltpokalsieger: 1976

95 A-Länderspiele (45 Tore) für den DFB

Europameister: 1980

Fußballer des Jahres 1980

Europas Fußballer des Jahres 1981

Bundesliga Torschützenkönig: 1980

Zum FC Bayern kehrte „Kalle“ 1991 zurück, als der Verein gerade ein weniger erfolgreiches Jahr durchmachte. Als Vize-Präsident brachte er den Klub gemeinsam mit Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß wieder auf Erfolgskurs. „Fußball-Visionär“ wurde er bald betitelt.Seine Qualitäten bringt er auch außerhalb des FC Bayern ein, er ist der sogenannte „Außenminister” des Rekordmeisters. Er begleitet mehrere Funktionen in den verschiedenen UEFA-Club-Gremien und ist Vizepräsident der Vereinigung der europäischen Großklubs (G 14).

2002 übernahm er als Vorstandsvorsitzender der neu geschaffenen FC Bayern AG das Ruder.

 

Lothar Matthäus (21.03.1961)

Zwölf Jahre lang spielte der gelernte Raumausstatter beim deutschen Rekordmeister, zwölf erfolgreiche Jahre. Angefangen hatte alles aber beim FC Herzogenaurach, dort lernte Matthäus das Fußballspielen. Jupp Heynckes holte den 18-Jährigen dann 1979 zu Borussia Mönchengladbach, bevor er 1984 schließlich zum FC Bayern kam.In München wurde Matthäus zu einem der erfolgreichsten Fußballspieler der Geschichte. „Es gibt wenige Spieler in der Geschichte des FC Bayern, die so viel für den Klub getan haben“, würdigte Karl-Heinz Rummenigge die Verdienste Matthäus’.

Unterbrochen wurde die erfolgreiche Beziehung zwischen Matthäus und dem FCB nur von einem vierjährigen Gastspiel bei Inter Mailand (1988-1992)

Beim FC Bayern: von 1979 bis 1984 und 1992 bis 2000

302 Bundesliga Spiele (85 Tore)

31 Europapokal Spiele (7 Tore)

Deutscher Meister: 1985, 1986, 1987, 1994, 1997, 1999 und 2000

DFB Pokalsieger : 1986 und 1998

UEFA-Pokalsieger: 1996

150 A-Länderspiele (23 Tore) für den DFB

Weltmeister: 1990

Europameister: 1980

Fußballer des Jahres: 1990 und 1999

Weltfußballer des Jahres: 1991

Europas Fußballer des Jahres 1990

Als Fußballer zeichnete sich Matthäus durch Laufstärke, Übersicht, Passgenauigkeit, Kampfeswillen und Schussstärke aus. In der Mannschaft übernahm er stets Verantwortung. Über Jahre hinaus war er der „Leitwolf“ im Team des Rekordmeisters. 150 Mal hat Matthäus für die Nationalelf gespielt – so oft wie keiner vor ihm und wohl auch lange keiner mehr nach ihm.

Oliver Kahn (15.06.1969)

Rückblick: 19. Mai 2001: Der FC Bayern benötigt noch einen Punkt beim Hamburger SV zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Die letzte Spielminute ist angebrochen, es steht 0:0, was reichen würde. Dem FC Bayern ist der Titel kaum noch zu nehmen. Doch dann segelt eine Flanke in den Bayern-Strafraum, Sergej Barbarez köpft den Ball unhaltbar zur Hamburger Führung ins Netz. Geschlagen, aus der Traum! Die Spieler des FC Bayern sinken zu Boden, entsetzten macht sich breit. Fans, Verantwortliche und Spieler, kaum mehr einer glaubt an den Titelgewinn. Eine lange Saison umsonst, in der letzten Minute alles verspielt! „Niemals aufgeben! Immer weitermachen! Immer weiter! Immer weiter!” Oliver Kahn packt seine Mitspieler bei der Ehre, will den Titel doch noch mit aller Macht erzwingen, treibt die Mannschaft nach vorn. 4 Minuten Nachspielzeit sind angezeigt.

Oliver Kahn “Der Titan” verkörpert den FC Bayern wie kein Zweiter. Immer gewinnen zu wollen, immer den Anspruch zu haben, die Nummer eins zu sein, nie aufzugeben – dafür stand der ehemalige Torwart des Rekordmeisters. Der gebürtige Karlsruher wechselte nach 128 Bundesligaspielen für den Karlsruher SC 1994 nach München. In seinen folgenden 14 Jahren beim FC Bayern brachte er es auf 8 deutsche Meistertitel. Damit ist er zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Mehmet Scholl absoluter Rekordhalter.

„Großen Erfolgen gehen oft große Niederlagen voraus“, ist eine Erfolgsregel des Erfolgsmenschen Oliver Kahn. Gleich in seinem ersten Jahr beim FC Bayern zog sich der Schlussmann einen Kreuzbandriss zu, fiel sechs Monate aus, kam dann aber stärker als je zuvor zurück. Es sollte seine einzige schwere Verletzung bleiben. 1999 verlor er mit dem FC Bayern das Champions League Finale gegen Manchester United durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit.

Die tragische Nacht von Barcelona hätte manche Mannschaft auseinanderfallen lassen. Nicht die Bayern, zu jener Zeit angeführt von Stefan Effenberg und Oliver Kahn. Sie wollten diesen Titel unbedingt gewinnen. Was dann schon zwei Jahre später gelingen sollte. Nach dramatischem Spiel, einem frühen Rückstand und einem verschossenen Elfmeter kämpften sich die Bayern gegen den FC Valencia ins Spiel zurück und erreichten die Verlängerung.

Auch das zu jener Zeit noch ausgespielte Golden Goal brachte keinen Sieger. Ein Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Nicht alle Bayernspieler behielten die Nerven, Paulo Sergio und Patrick Andersson scheiterten. Somit war es Oliver Kahn vorbehalten, zum Helden von Mailand zu werden. Der Torhüter parierte drei Elfmeter der Spanier und wurde zum „man of the match“ bestimmt. Nach 25 langen Jahren des Wartens konnte der FC Bayern somit endlich wieder Europas Königsklasse nach München holen.

Beim FC Bayern: von 1994 bis 2008

429 Bundesliga Spiele

62 Europapokal Spiele

Deutscher Meister: 1997, 1999, 2000, 2001, 2003, 2005, 2006 und 2008

DFB Pokalsieger : 1998, 2000, 2003, 2005, 2006 und 2008

UEFA Pokalsieger: 1996

Champions League Sieger: 2001

Weltpokalsieger: 2001

86 A-Länderspiele für den DFB

Europameister: 1996

Welttorhüter: 1999, 2001 und 2002

UEFA Torhüter des Jahres: 1999, 2000, 2001 und 2002

Fussballer des Jahres: 2000 und 2001

Bester Spieler und Torhüter der Weltmeisterschaft: 2002

Gebührend verabschiedet wurde der Torhüter dann im September 2008 in einem Abschiedsspiel zwischen dem FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft. Eine Ehre, die nur besonders verdienten Spielern zu Teil wird. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es war das Größte, was ich in meiner Karriere erlebt habe“, sagte Kahn, als ihm ein Mikrofon gereicht wurde. Beide Mannschaften hatten ein Spalier für ihn gebildet. Noch einmal richtete Kahn das Wort an seine Fans: „Danke für die Unterstützung in all den Jahren, das war heute der Gipfel für mich.“

Seine letzte Botschaft: „Der FC Bayern wird auch in dieser Saison und in den nächsten Jahren immer oben sein.“

Stefan Effenberg (02.08.1968)

Es gab nur wenige Spieler beim FC Bayern, die eine Mannschaft so mitreißen konnten, wie Stefan Effenberg. Der Mittelfeldspieler war der Leader im Team des deutschen Rekordmeisters und wurde nicht umsonst „Cheffe“ genannt. Erstmals wechselte er 1990 von Borussia Mönchengladbach zu den Bayern. Nach zwei titellosen Jahren kehrte „Effe“ den Münchnern den Rücken, um es ab Juni 1998 erneut beim FCB zu versuchen.

Diesmal begann für Stefan Effenberg eine große Zeit. Sein damaliger Trainer bei den Bayern, Ottmar Hitzfeld, wollte ihn unbedingt haben und unterstützte ihn vom ersten Tag an. Das Vertrauen des Trainers zahlte der Spieler mit der Nummer Elf mit überragenden Leistungen zurück.

Beim FC Bayern: von 1990 bis 1992 und 1998 bis 2002

160 Bundesliga Spiele (35 Tore)

50 Europapokal Spiele (10 Tore)

Deutscher Meister: 1999, 2000 und 2001

DFB Pokalsieger : 2002

Champions League Sieger: 2001

Weltpokalsieger: 2001

35 A-Länderspiele (5 Tore) für den DFB

UEFA Fußballer des Jahres 2001

Am 5. Mai 2002, vor dem letzten Heimspiel in der Saison 2001/2002 gegen den FC Hansa Rostock, wurde Effenberg unter dem tosendem Applaus der 63.000 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion offiziell vom FC Bayern München verabschiedet. „Stefan war ein großartiger Spieler in den vier Jahren, in denen er hier war. Es war mit die erfolgreichste Zeit des FC Bayern. Und daran hat er großen Anteil“, würdigte Präsident Franz Beckenbauer den scheidenden Kapitän. Auch Manager Uli Hoeneß war voll des Lobes: „Für den FC Bayern war er eine wichtige Figur in den letzten Jahren. Mit ihm sind viele Erfolge, die wir gemeinsam erzielt haben, ganz eng verbunden. Und ich bin ihm dafür sehr dankbar.“

 

Bixente Lizarazu (09.12.1969)

Wenn man an die erfolgreichsten Fußballspieler der Geschichte denkt, fallen einem sofort Namen wie Zinedine Zidane, Maradonna, Pelé oder Franz Beckenbauer ein. Kaum jemand würde sofort Bixente Lizarazu erwähnen, obwohl der 1,69 Meter große Baske zu den größten Titeljägern der Fußballwelt gehört. „Ich habe mehr bekommen, als ich erhofft habe. Ich sehe das mit großer Freude und viel Stolz“, kommentierte „Liza“ zum Karriere-Ende seine Trophäensammlung.

Beim FC Bayern: von 1997 bis 2004 und 2005 bis 2006

182 Bundesliga Spiele (7 Tore)

62 Europapokal Spiele

Deutscher Meister:1999, 2000, 2001, 2003, 2005 und 2006

DFB Pokalsieger : 1998, 2000, 2003, 2005 und 2006

Champions League Sieger: 2001

Weltpokalsieger: 2001

97 A-Länderspiele (2 Tore) für Frankreich

Weltmeister: 1998

Europameister: 2000

Lizarazu war 1997 von Athletic Bilbao zum FC Bayern gewechselt. 2004 verließ er den Rekordmeister Richtung Olympique Marseille, kehrte aber schon ein halbes Jahr später wieder nach München zurück. Nach neun Spielzeiten war dann aber endgültig Schluss. „Ich habe einige Monate darüber nachgedacht“, erzählte der Linksverteidiger, „ich habe mich dazu entschieden, auf höchstem Niveau aufzuhören, in einem Klub, der mir alles gegeben hat“, begründete er damals seine Entscheidung.

Am 13. Mai 2006 war dann „Lizas“ letztes Spiel für den FC Bayern. 69.000 Zuschauer verabschiedeten ihn in der Allianz Arena. Mit der Schale unterm Arm gab der Franzose seine letzten Interviews, ehe er sich mit einem allerletzten Gruß auf die Haupttribüne in die Katakomben verabschiedete.

Diesmal war es ein Abgang für immer.

Giovane Élber (23.07.1972)

Das schönste Geschenk machte er sich zum Abschluss selbst. Mit 21 Treffern holte sich der „Brasilianer“ in der Saison 2002/03 erstmals den Titel als bester Bundesliga-Torjäger. „Das ist Wahnsinn, dass ich das nach fast zehn Jahren Bundesliga geschafft habe“, strahlte Giovane damals vor Freude. Für den damals 30-Jährigen erfüllte sich damit ein langer Traum. Dass ich mit 132 Toren in 252 Spielen der erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesliga-Geschichte bin, interessiert in meiner Heimat Brasilien niemanden. Fahre ich aber als Torschützenkönig in den Heimaturlaub, bin ich ein Held“.

Beim FC Bayern: von 1997 bis 2003

169 Bundesliga Spiele (92 Tore)

60 Europapokal Spiele (22 Tore)

Deutscher Meister: 1999, 2000, 2001 und 2003

DFB Pokalsieger : 1998, 2000 und 2003

Champions League Sieger: 2001

Weltpokalsieger: 2001

15 A-Länderspiele (7 Tore) für Brasilien

Bundesliga-Torschützenkönig: 2003

Ehrenspieler des FC Bayern München

Als im August 2003 Elbers Wechsel zu Olympique Lyon feststand, kam beim FC Bayern Wehmut auf. „Der Abschied tut schon etwas weh, wenn man weiß, dass er hier nicht mehr auftaucht“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld. „Er hat großartige Leistungen für den FC Bayern gebracht“, so FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Manager Uli Hoeneß sicherte dem ehemaligen Publikumsliebling der Münchner-Fans einen „Super-Abschied“ zu: „Er verdient einen Abschied, wie ihn noch keiner hier gekriegt hat, der dann noch bei einem anderen Klub gespielt hat“.

Am 8. August 2006 bekam Elber sein ganz persönliches Abschiedsspiel. Mit seinem FC Bayern traf er in der Allianz-Arena auf den TSV 1860 München. Das Ergebnis (0:3) geriet beinahe zur Nebensache, als der Stürmer unter tosendem Applaus der 69.000 Zuschauer eine letzte Ehrenrunde drehte. Elber wurde anschließend als erster Spieler überhaupt zum Ehrenspieler des FC Bayern ernannt.

Mehmet Scholl (16.10.1970)

Der sportlich bedeutendste Titel war der Triumph in der Champions League (2001). Im selben Jahr setzte Scholl mit dem Sieg beim Weltpokal seiner erfolgreichsten Saison die Krone auf. Welcher Titel der Schönste war, da will sich der Mittelfeldspieler aber nicht festlegen. „Mein größter Erfolg war Bayern. Dass ich es 15 Jahre geschafft habe, in diesem Zirkus Fußball zu spielen, und nicht in diesem Haifisch-Becken gefressen zu werden“, sagt er stolz erfüllt.

An einen Wechsel ins Ausland hat Scholl nie gedacht. Vielleicht auch ein Grund, warum ihn die Bayern-Fans vergöttern. Selbst einem lukrativen Angebot des FC Barcelona konnte er 1996 widerstehen. „Ich habe das Land Bayern und seine Menschen lieben gelernt. Es wäre töricht gewesen, wegen ein bisschen mehr Geld oder ein bisschen Ruhm woanders hinzugehen. Ich bin glücklich, dass ich das hier so lange durchgezogen habe“, sagt Scholl, dessen Stern einst 1989 beim Karlsruher SC aufging.

Beim FC Bayern: von 1992 bis 2007

334 Bundesliga Spiele (87 Tore)

87 Europapokal Spiele (18 Tore)

Deutscher Meister: 1994, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003, 2005 und 2006

DFB Pokalsieger :1998, 2000, 2003, 2005 und 2006

UEFA Pokalsieger: 1996

Champions League Sieger: 2001

Weltpokalsieger: 2001

36 A-Länderspiele (8 Tore) für den DFB

Europameister: 1996

15 Jahre lang verzückte Mehmet Scholl in München die Massen, war der absolute Superstar und Publikumsliebling. Er bestritt 469 Pflichtspiele und erzielte dabei 117 Tore. Doch auch die Ära Scholl geht einmal zu Ende. Nach 17-jähriger Profi-Laufbahn gab der 36-Jährige am 15. August 2007 seinen letzten Auftritt auf der großen Fußball-Bühne. Sein Abschiedsspiel gegen den FC Barcelona in der Allianz Arena war noch mal ein letztes Highlight seiner aktiven Karriere. Viele der 69.000 Zuschauer hielten Dankes-Plakate in die Höhe. „Es war uns eine Ehre, Mehmet“, stand auf einem riesigen Spruchband geschrieben. Selbst Ronaldinho, der Kapitän des FC Barcelona, hatte ein kleines Geschenk dabei. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ich mein letztes Spiel mache und Barcelona taucht hier auf. Da muss ich mich beim FC Bayern bedanken“, sagte er.

Bedanken wollte sich aber vor allem der Verein bei seinem Ausnahmespieler. Uli Hoeneß war voll des Lobes für seinen Schützling, der sich außerhalb des Fußballplatzes meist im Hintergrund hielt. „Mehmet war immer ein Freund des Vereins. Er hat immer alles gegeben und bei Vertragsverhandlungen gab es nie ein Gefeilsche. Er war schon ein ungewöhnlicher Profi und ein unglaublicher Sympathieträger für Bayern München.“

Bastian Schweinsteiger (01.08.1984)

Er hat so ziemlich jeden Olymp erklommen, den man als Fußballer besteigen kann. Völlig zu Recht wurde Bastian Schweinsteiger dementsprechend beim Verlesen der Aufstellung von den Bayern-Fans immer mit dem Zusatz Fußballgott versehen. Der gebürtige Oberbayer machte sich in seinen 17 Jahren beim FC Bayern mit zahlreichen Titeln und leidenschaftlichen Einsätzen zur Legende.

Im zarten Alter von 13 Jahren wechselte Schweinsteiger vom TSV 1860 Rosenheim an die Säbener Straße und bereits in den Jugendmannschaften des FCB sammelte er seine ersten Trophäen. Sowohl bei den A- als auch bei den B-Junioren durfte er erleben, wie man sich als Deutscher Meister fühlt. Mit 18 Jahren kam der Mittelfeldspieler dann folgerichtig zu seinem Profi-Debüt beim deutschen Rekordmeister und seine Titelsammlung wuchs stetig.

Sportliche und persönliche Entwicklung

In 500 Pflichtspielen stand Schweinsteiger für die Profis des FCB auf dem Rasen, erzielte dabei 68 Tore und feierte sage und schreibe über 20 Titel. Darunter acht Deutsche Meisterschaften, sieben DFB-Pokalsiege und je ein Erfolg bei der FIFA-Klub-WM, in der Champions League sowie im UEFA Supercup – damit ist er einer der verdientesten Spieler der Vereinshistorie. In all dieser Zeit durchlief der Triple-Sieger von 2013 nicht nur eine sportliche, sondern auch eine persönliche Entwicklung.

Zu Beginn seiner Karriere agierte die Nummer 31 auf der Außenbahn und setzte nicht nur mit seinem flinken und trickreichen Spiel Akzente. Auch seine Frisur bot ein ums andere Mal Hingucker. Mit den Jahren wurden die Haare grauer, aus Schweini wurde Schweinsteiger und Luis van Gaal versetzte den Kolbermoorer in die Mittelfeld-Zentrale, wo er zum unangefochtenen Denker und Lenker der Bayern wurde. Dieser Zug ebnete dem Strategen den Aufstieg in die Weltspitze. Auf dieser Position wurde Schweinsteiger nicht nur zum Sinnbild des Triples von 2013, sondern auch zum Triumph der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2014.

Immer wieder aufstehen

Gezeichnet von einem großen Kampf, in dem er sich wieder und wieder den Attacken der argentinischen Finalgegner entgegenstemmte, durfte er in Rio de Janeiro den begehrten WM-Pokal in den Armen halten. Der 121-fache Nationalspieler verkörperte seit eh und je die klassischen deutschen Tugenden und ist auch nach Rückschlägen immer wieder aufgestanden. So gehörten Verletzungen leider ebenso zu seiner Karriere wie Titel.

Für immer unvergessen wird auch sein verschossener Elfmeter im Finale dahoam 2012 gegen den FC Chelsea bleiben. Doch da „großen Erfolgen gehen oft große Niederlagen voraus“, wie Schweinsteigers ehemaliger Teamkollege Oliver Kahm immer sagte, kämpfte Deutschlands Fußballer des Jahres 2013 weiter und holte sich nur ein Jahr später im Finale von Wembley den begehrten Henkelpott. Drei Finalteilnahmen benötigte der ehemalige DFB-Kapitän, um endlich ans Ziel zu gelangen. Der Weg nach oben ist eben nicht einfach, aber Schweinsteiger hat ihn mehrfach gemeistert.

Philipp Lahm (11.11.1983)

Wer 21 Titel in 22 Jahren mit dem FC Bayern gewonnen hat, hat viele Bilder produziert, an die man sich gut und gerne zurückerinnert. Und trotzdem ist von Philipp Lahm dieses eine besonders im Gedächtnis geblieben. Als der Kapitän des FC Bayern am 25. Mai 2013 im Londoner Wembley-Stadion den Henkelpott für den Gewinn der Champions League in die Hand nahm, ihn in die Luft stemmte und laut jubelte, erlebte die gesamte FC Bayern-Familie den perfekten Moment. Grenzenlose Freude, Glück, Zufriedenheit – wohin man auch sah.

Lahm hat den FC Bayern als Kapitän zum ersten Titel in der europäischen Königsklasse nach zwölf Jahren geführt. „Raten Sie mal!“, sagte der gebürtige Münchner lachend, als er vor seinem Karriereende auf seinen schönsten Moment im roten Bayern-Trikot angesprochen wurde. In bester Erinnerung aber sind ihm nicht nur die 517 Pflichtspiele, die er für den deutschen Rekordmeister bestritten hat, sondern auch jeder seiner Titel. Acht Meisterschaften hat er gewonnen, so viele wie sonst nur Oliver Kahn, Mehmet Scholl und Bastian Schweinsteiger. Dazu kommen: Sechs Siege im DFB-Pokal, drei im deutschen Supercup, der Ligapokal 2008 sowie der Supercup und die FIFA-Klub-WM 2014.

Lahm etablierte einen neuen Führungsstil

Als „Mister Zuverlässig“ wurde Lahm gerne bezeichnet – und zwar für seine Spielweise auf und sein Wirken neben dem Platz. Als Elfjähriger von der FT Gern gekommen, entwickelte er sich in mehr als 20 Jahren beim FC Bayern (mit einer kurzen Unterbrechung als Leihspieler beim VfB Stuttgart) zum Gesicht einer goldenen Generation beim FC Bayern. Unaufgeregt, stets äußerst fair, aber strikt etablierte er sowohl seit 2011 in München als auch als Kapitän der Nationalmannschaft, die er zum WM-Titel 2014 führte, einen Führungsstil, der sich von dem seiner Vorgänger-Generationen deutlich unterschied.

Auf dem Platz war er – meist als Außenverteidiger, manchmal im Mittelfeld – nicht nur unumstrittener Stammspieler und Leistungsträger, sondern auch die Konstanz in Person. Auf der rechten Außenbahn der Bayern prägte er über viele Jahre gemeinsam mit Arjen Robben das Spiel, die beiden harmonierten perfekt. Mehmet Scholl sagte ihm zum Abschied: „75 Prozent aller Spiele, die du gespielt hast, hast du überragend gespielt. Und die anderen 25 Weltklasse.“

Man konnte ihm kaum etwas beibringen: „Er konnte schon alles“

Lahm wusste schon immer, was er wollte – und verfolgte seinen Plan mit Konsequenz. Sowohl den Zeitpunkt für seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft als auch den seines Karriereendes bestimmte er selbst. Er war nie ein Lautsprecher, aber einer, der kritisierte, wenn er es für nötig hielt. Immer reflektiert, distanziert und gut begründet.

„Ich konnte Philipp nicht viel beibringen. Er konnte schon alles“, sagte sein Förderer Hermann Gerland über Lahm; Pep Guardiola bezeichnete ihn als „den intelligentesten Spieler, den ich je trainiert habe“. Die Fußstapfen, die er nach seinem Karriereende mit 33 Jahren hinterlassen hat, sind riesig. Zum Abschluss stemmte er auf dem Rathausbalkon nochmal die Meisterschale in die Luft. Wieder ein Bild, an das man sich gerne erinnert.